Frick: Die Gabe

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“Der Wert von Gaben lässt sich weder materiell noch universell festlegen. Die Be-Wertung setzt einen besonderen Begriff des Maßes voraus. Im Gabentausch herrscht ein Tabu der Berechnung und damit ein Tabu der Bepreisung, da der Versuch, die für den Gabentausch bedeutsamen Beziehungen mithilfe eines Preises zu bewerten oder gewisse Gabenleistungen in Form von Lohn zu vergüten, diesen Geschenken den Gabencharakter nehmen würde”. (p. 46) #Frick #Gabe

Frick, Marc, Die Gabe als drittes Prinzip zwischen Markt und Staat? Perspektiven von Marcel Mauss bis zur Gegenwart. Bielefeld: Transcript 2021. 210 S., ISBN 978-3-8376-5661-9.

Adorno: Innerlichkeit

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“Auch bei verschlossenen Menschen ist oft ungewiß, ob die Tiefe ihrer Innerlichkeit, wie sie zu verstehen geben, vor Profanation schaudert, oder ob ihre Kälte so wenig etwas zu sagen hat wie irgend etwas ihr.” (p. 122) #Adorno #VerschlosseneMenschen #Innerlichkeit

Adorno, Theodor W., Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1997.

Röttgers: Die Sozio-Ontologie

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“Die Sozio-Ontologie mit ihrem Kern des Mitseins ist eine ontologische Begründung einer asubjektiven Sozialphilosophie. Die klassische, metaphysische Sozialphilosophie war immer vom Subjekt ausgegangen und war dann nicht weiter gekommen als bis zu einer Intersubjektivitätsphilosophie, einer Philosophie der Anerkennung oder gar einer individualistischen Gesellschaftsvertragstheorie, und das bis in die Spätmoderne hinein (Habermas, Honneth oder Rawls).” (p. 315) #Röttgers #Sozio-Ontologie #Mitsein #Sozialphilosophie #Subjekt #Habermas #Honneth #Rawls

Röttgers, Kurt, Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2021. 756 S., ISBN 978-3-95832-239-4.

Malinowski: Monade

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“Das ‚Klangbild‘ vom rauschenden Meer erfüllt dabei eine primär heuristische Funktion: Es soll die paradoxe Vorstellung einsichtig machen, dass jede Monade das Unendliche und mit ihm jenen »sombre fond«, aus dem die Seele alles bezieht, als ein Ganzes wahrzunehmen in der Lage ist, dies aufgrund ihrer jeweiligen Endlichkeit einerseits, der unendlichen Verfaltung des Seelengrundes andererseits nur »in verworrener Weise« vermag.” (p. 435) #Malinowski #Monade #Seele

Malinowski, Bernadette, Literarische Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie: Kehlmann – Del Giudice – Serres. Berlin/Boston: De Gruyter 2021. 537 S., ISBN 978-3-11-063974-2.

Heidegger: Zeichen

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“Das ereignishafte Zeichen »bezeichnet« nie, das Zeigen der anfänglichen Zeichen »präsentiert« nichts und »repräsentiert« nicht; noch weniger ist es eine Chiffre, die nur sind, wo der Unterschied des Rationalen und Irrationalen ungemindert das Wahrheitswesen beherrscht.

Das Zeichen zeigt in den Ab-grund, hebt in die Vewindung, ist von der Art der übereignenden An-eignung, als welche das Ereignis auf den Menschen zuwest. Welches sind die Zeichen? Jedes Seiende ist, sobald es im Sein als geeignet gelichtet ist, im Zeigen in das Ereignis.

Das Unscheinbarste ohne Aufdrängnis seiner selbst – ist Zeichen.” (p. 89) #Heidegger #Zeichen

Heidegger, Martin, Zum Wesen der Sprache; herausgegeben von Thomas Regehly; Bd. 74 (Gesamtausgabe). Frankfurt a.M.: Klostermann 2010.